EATEN UN DRINKEN

 

ESSEN UND TRINKEN IM SAUERLAND DES KARL VOM EBBE

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MILCH, EIER, FETT

 

An Milch wurde ausschließlich Kuhmilch konsumiert. Die Milch von Ziegen und Schafen wurde, sofern vorhanden, fast ausnahmslos an junge Schweine verfüttert. Die Milch der Ziegen, der „Kuh des armen Mannes“, ist aber auch in früheren Zeiten nur ein Noteinsatz für die Kuhmilch gewesen. Ihr wurde um 1930 eindeutig das Merkmal eines Futter-, nicht das eines Nahrungsmittels zugewiesen. Da sich die Milch nicht lange hielt und Kühltechniken auch nicht zur Verfügung standen, wurde die nicht sofort konsumierte Milch in Form des Einsäuerns und der Herstellung von Butter und Käse weiter verarbeitet. Alle Haushalte haben ihre Butter damals noch selbst hergestellt. Neben der Sauerrahmbutter, der Sahne und dem Quark war die Herstellung von Dicker Milch oder Plundermilch (vorwiegend im Sommer) üblich. Aus der entrahmten Dicken Milch – sie musste noch einen Tag länger stehen als die Plundermilch – fertigte man den Quark. Wenn keine Molkerei in der Nähe war, an die man die frische Milch hätte abliefern können, wurde sie besonders in den Sommermonaten verbuttert und zum Teil verkauft. Die Butter wurde dann sogar eingemacht, indem man sie leicht salzte, in hohe Steinguttöpfe knetete und diese anschließend mit Papier verschloss. Die Reste an abgerahmter Milch (Magermilch oder Buttermilch) wurden auch an das Vieh verfüttert.

Als Fette dienten Butter und das nach der Schlachtung aus dem ausgelassenen Schweinefett gewonnene Schmalz. Beide Fettsorten wurden auch als Brotaufstriche verwendet. Auf Schmalz streute man etwas Salz, auf die Butter gelegentlich etwas Zucker. Margarine war übrigens – anders als in städtischen Haushalten dieser Zeit – noch nicht in Gebrauch, auch wenn sie im Laden zu beziehen war.

An Käsesorten sind lediglich Quark („Hotten“, auch Weißkäse) oder Schichtkäse und Kochkäse selbst hergestellt worden. Für den Kochkäse, der große Verbreitung fand, wurde der Quark mit ein wenig Butter in einem Topf angerührt, erhitzt und mit Salz, Kümmel und Ei verfeinert. Schnittkäse dagegen wurde selten zugekauft, Frischkäse oder Weichkäse überhaupt nicht.

Eier legte man zwecks längerer Lagerung zwischen die Roggenkörner. Angeblich konnten sie sich dort einige Monate halten.

Noch in den dreißiger Jahren war es im Sauerland üblich, dass die Ware beim Händler mit Butter und Eiern bezahlt wurde. Waren die Eier billig, konnte den eigenen Kindern kein Ei gegeben werden, denn man brauchte entsprechend mehr, um die Waren des Händlers zu bezahlen. Der Händler wiederum fand für Butter und Eier Abnehmer in den Städten. Waren die Eier teuer, blieb ab und zu ein Ei für die Kinder übrig.

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